Die Strände
Hier lohnt sich Genauigkeit, weil Albanien zwei ganz verschiedene Küsten hat. Am Ionischen Meer im Süden, also an der eigentlichen Riviera zwischen Vlora und Ksamil, liegen die schönen Buchten: sehr klares, tiefes Wasser, oft heller Kies oder eine Mischung aus Kies und grobem Sand, eingerahmt von Bergen. Badeschuhe sind dort keine schlechte Idee, der Einstieg ist teils schnell tief, und die Buchten sind klein – im August stehen die Liegen dicht. Ksamil hat als Ausnahme feinen hellen Sand, dafür ist es der am stärksten besuchte Ort des Landes. An der Adria im Norden um Durrës und Golem ist es umgekehrt: kilometerlange, sehr flache Sandstrände, ideal für Kleinkinder, dafür trüberes Wasser, dichte Bebauung und deutlich weniger Landschaft. Wer den Kompromiss sucht, schaut sich Vlora an, wo beide Meere zusammentreffen. Sauberkeit ist an manchen öffentlichen Abschnitten noch ein Thema; die bewirtschafteten Strandbereiche vor Hotels und Bars sind in Ordnung.
Mit Kindern
Albanien mit Kindern geht, aber es ist nicht das bequemste Ziel, und wir sagen das ohne Umschweife. Dafür spricht: kurzer Flug, keine Zeitverschiebung, sehr niedrige Kosten vor Ort, freundlicher Umgang mit Kindern überall, und an der Adria bei Durrës und Golem flache, kilometerlange Sandstrände mit den größten Hotels des Landes, teils mit All Inclusive und Pool. Dagegen spricht: An der schönen Riviera im Süden sind die Buchten klein, der Einstieg oft kiesig und schnell tief, die Zufahrten steil, und Kinderclub oder Animation gibt es dort so gut wie nicht. Die Transferwege sind lang – von Tirana in den tiefen Süden sind es vier bis fünf Stunden über teils kurvige Straßen, und mit einem Kleinkind nach einem Frühflug ist das ein langer Tag. Unsere Empfehlung: mit Kindern unter sechs an die Adria oder in ein anderes Land, mit Schulkindern gern nach Himara oder Ksamil, weil Schnorcheln, Bootstouren und Butrint dann echte Höhepunkte sind.
Zu zweit
Zu zweit ist Albanien stark, und zwar genau in den Punkten, in denen es für Familien schwächer ist: kleine Hotels statt Anlagen, Buchten statt Kinderbecken, Abendessen im Ort statt Buffet. Unsere häufigste Empfehlung für Paare ist die Küste bei Himara und Dhermi – Kiesbuchten unter Bergen, Strandbars, klares Wasser, und abends Ruhe. Wer mehr Betrieb mag, nimmt Saranda mit seiner Promenade, und wer Landschaft sucht, kombiniert eine Woche Riviera mit zwei Nächten in Gjirokastra oder Berat. Was du nicht erwarten solltest: Adults-Only-Resorts, große Spa-Bereiche oder Hochzeitsreise-Pakete – das gibt es hier praktisch nicht. Ein Mietwagen ist zu zweit fast immer die richtige Entscheidung, weil die schönsten Buchten anders kaum erreichbar sind.
Flug und Transfer
Ab Düsseldorf, Hannover oder Paderborn fliegst du in etwa zweieinhalb Stunden nach Tirana (TIA), dem Hauptflughafen des Landes; im Sommer gibt es die meisten Verbindungen, teils auch ab Münster/Osnabrück. Von Tirana sind die Transferzeiten der Punkt, den du einplanen musst: nach Durrës und Golem etwa 45 bis 60 Minuten, nach Vlora rund zweieinhalb Stunden, nach Himara und Dhermi vier Stunden und mehr, nach Saranda und Ksamil vier bis fünf Stunden. Die Küstenstraße über den Llogara-Pass ist landschaftlich großartig und kurvig – wer leicht reisekrank wird, sollte das wissen. Bei Vlora entsteht ein zweiter Flughafen, der die Wege in den Süden verkürzen soll; ob er für deinen Termin angeflogen wird, prüfen wir bei der Buchung. Für den tiefen Süden ist auch der Weg über Korfu (CFU) mit der Fähre nach Saranda eine Variante.
Geld und Trinkgeld
Bezahlt wird in Albanischen Lek. Euro werden an der Küste in Hotels, bei Ausflügen und in vielen Restaurants angenommen, aber fast immer zu einem Kurs, der zu deinen Lasten geht – hol dir am Automaten Lek, dann fährst du besser. Wechselstuben in Saranda und Tirana haben oft bessere Kurse als Banken. Karte funktioniert in größeren Hotels, Supermärkten und Tankstellen; in kleinen Lokalen, an Strandbars, bei Bootstouren und auf Märkten brauchst du Bargeld, und zwar mehr, als du denkst. Nimm kleine Scheine mit, Wechselgeld ist vielerorts knapp. Trinkgeld ist üblich und wird nicht erwartet: aufrunden oder fünf bis zehn Prozent. Handeln ist auf Märkten und bei Bootstouren normal, in Restaurants nicht.
Gesundheit vor Ort
Albanien ist kein EU-Land, und das medizinische Netz ist außerhalb von Tirana dünner als gewohnt: In den Küstenorten gibt es Apotheken und Praxen, für Ernsteres wird nach Tirana oder ins Ausland verlegt. Eine Auslandskrankenversicherung mit Rücktransport ist hier deshalb nicht nur ein Kreuzchen, sondern wirklich wichtig – die europäische Krankenversicherungskarte gilt in Albanien nicht. Leitungswasser würden wir nicht trinken, weil die Netze stellenweise alt sind; Flaschenwasser kostet überall wenig. Beim Essen ist frisch gegrilltes Gemüse und Fleisch unproblematisch, bei lange offen stehenden Buffets in der Hitze wären wir zurückhaltend. Apotheken sind gut sortiert, wichtige eigene Medikamente nimmst du aber besser mit. Ob für dich Impfungen sinnvoll sind, besprich bitte mit deiner Ärztin oder einem reisemedizinischen Zentrum; das können und wollen wir nicht beurteilen.
Sicherheit und Papiere
Albanien hat ein Image, das dem heutigen Land nicht mehr entspricht, und wir wollen es weder schönreden noch dramatisieren. Für Urlauber ist Kriminalität in den Küstenorten praktisch kein Thema; Gastfreundschaft gegenüber Fremden hat in Albanien einen hohen Stellenwert. Drei praktische Punkte sind konkreter als jede allgemeine Einschätzung. Erstens der Verkehr: Fahrstil, Beschilderung und Straßenzustand sind ruppiger als gewohnt, auf der Küstenstraße gibt es Serpentinen ohne Leitplanke, und nachts fahren wir dort nicht. Zweitens das Meer: An der Riviera ist das Wasser tief, klar und ohne Bewachung an vielen Buchten – mit Kindern gilt hier mehr Aufmerksamkeit als an einem bewachten Hotelstrand. Drittens Baustellen: Es wird viel und schnell gebaut, auch neben fertigen Hotels; frag uns vor der Buchung, was neben dem Haus gerade passiert. Eine Sicherheitsbewertung des Landes geben wir nicht ab – verbindlich sind immer die aktuellen Hinweise des Auswärtigen Amts unter https://www.auswaertiges-amt.de/de/service/laender, und wir prüfen vor jeder Buchung mit dir, was für deinen Termin und deine Dokumente gilt. Gebucht wird als Pauschalreise mit Sicherungsschein: Geht der Veranstalter pleite, ist dein Geld geschützt und die Rückreise abgesichert.