Die Strände
Hier müssen wir deutlich werden: Montenegros Küste besteht überwiegend aus Kiesel, Fels und betonierten Badeplattformen. Das hat Vorteile – weil kein Sand aufgewühlt wird, ist das Wasser außergewöhnlich klar, und zum Schnorcheln ist die offene Küste sehr gut. Es hat aber klare Nachteile: Badeschuhe sind Pflicht, nicht Zubehör, und der Einstieg ist oft nach zwei Schritten tief. Die angenehmsten Strände sind feiner, runder Kies mit Sandanteil: der Slovenska Plaža in Budva, die Buchten bei Pržno und Sveti Stefan und der Strand von Bečići. Der große Sandstrand liegt ganz im Süden: der Velika Plaža bei Ulcinj, zwölf Kilometer lang, sehr flach und aus dunklem, feinem Sand – die richtige Adresse mit Kleinkindern, dafür weit von Kotor und Budva entfernt. In der Bucht von Kotor selbst ist Baden eher Nebensache: ruhiges, aber kühleres und weniger klares Wasser, schmale Kiesstreifen und Plattformen. Liegen sind an den bewirtschafteten Abschnitten kostenpflichtig, auch direkt vor dem Hotel.
Mit Kindern
Montenegro mit Kindern ist eine Frage des Alters und des Ortes. Dafür spricht viel Praktisches: knapp zwei Stunden Flug, keine Zeitverschiebung, Euro, kurze Transferzeiten ab Tivat und eine Küste, auf der kein Ausflug weit ist. Gegen Montenegro spricht bei Kleinkindern der Strand: Kies, Fels, oft tiefer Einstieg, Badeschuhe nötig. Wenn ein Zweijähriges im flachen Wasser stehen und graben will, gibt es dafür genau eine Adresse, und das ist der Velika Plaža bei Ulcinj – zwölf Kilometer dunkler, sehr flacher Sand. Ab Grundschulalter dreht es sich: Dann sind klares Wasser zum Schnorcheln, Bootstouren in der Bucht, die Stadtmauer von Kotor zum Hochklettern und Rafting in der Tara-Schlucht echte Höhepunkte. Große Familienzimmer und Kinderclubs sind hier seltener als in der Türkei, und All Inclusive solltest du nicht erwarten; ein Apartment mit Küche ist oft die praktischere Lösung.
Zu zweit
Zu zweit ist Montenegro eines der stärksten Ziele, die wir haben, weil man hier etwas unternimmt und nicht nur liegt: Kotor am Abend, wenn die Kreuzfahrtschiffe weg sind, ein Palazzo-Hotel am Wasser in Perast, die Serpentinen auf den Lovćen zum Sonnenuntergang, eine Konoba im Bergdorf. Unsere häufigste Empfehlung für Paare ist Sveti Stefan und Pržno für die schönsten Buchten und die gehobensten Hotels, oder eine geteilte Woche mit ein paar Nächten in Kotor oder Perast und dem Rest an der offenen Küste. Was du nicht erwarten solltest: viele Adults-Only-Häuser oder große Hochzeitsreise-Pakete – das Angebot ist kleiner als in Spanien oder der Türkei. Dafür gibt es Boutiquehotels in Steinhäusern, die es dort kaum gibt. Ein Mietwagen ist zu zweit fast immer die richtige Entscheidung.
Flug und Transfer
Ab Düsseldorf, Hannover oder Paderborn sind es knapp zwei Stunden nach Tivat (TIV), gelegentlich fliegt man auch ab Münster/Osnabrück; Podgorica (TGD) ist die zweite Option. Tivat ist der praktischere Flughafen, weil er direkt an der Bucht liegt: rund 20 Minuten nach Kotor, etwa 25 bis 30 Minuten nach Budva und Bečići, gut 35 Minuten nach Sveti Stefan und knapp eine Stunde nach Herceg Novi. Nach Ulcinj ganz im Süden dauert es von Tivat rund eineinhalb Stunden, von Podgorica etwa eine Stunde. Damit gehören Flug und Transfer zusammengenommen zu den kürzesten in unserem Angebot. Einige Veranstalter fliegen auch nach Dubrovnik (DBV) in Kroatien; das ist landschaftlich reizvoll, bringt aber eine Grenze mit möglicher Warterei in der Hochsaison mit sich. Vor Ort verkehren Busse entlang der Küste günstig und regelmäßig.
Geld und Trinkgeld
Bezahlt wird in Euro, und das ist eine Besonderheit: Montenegro ist kein EU-Mitglied und nicht in der Eurozone, hat den Euro aber seit 2002 einseitig als offizielles Zahlungsmittel eingeführt. Für dich heißt das kein Umtausch, kein Rechnen, direkter Preisvergleich mit zu Hause. Karte funktioniert in Hotels, Restaurants und Supermärkten; Bargeld brauchst du für Marktstände, Parkautomaten, Strandliegen, Bootstaxis und kleine Konobas. Achte bei Geldautomaten auf die Gebühr, die manche Betreiber am Automaten selbst aufschlagen – die Automaten der großen Banken sind meist günstiger als die in Souvenirläden. Trinkgeld ist kein Muss: aufrunden oder fünf bis zehn Prozent, wenn es gut war. Handeln ist unüblich, außer bei Bootstouren und auf Märkten.
Gesundheit vor Ort
Montenegro ist kein EU-Land, deshalb gilt die europäische Krankenversicherungskarte hier nicht – eine Auslandskrankenversicherung mit Rücktransport ist an diesem Ziel wirklich wichtig und nicht nur ein Kreuzchen im Formular. Ärzte und Apotheken gibt es in allen Küstenorten, das größte Krankenhaus steht in Podgorica, und in den Hotelzonen sprechen viele Englisch oder Deutsch. Das Leitungswasser gilt in den Küstenorten als trinkbar und wird kontrolliert, in den Bergen ist das Quellwasser ausgezeichnet; wer empfindlich ist, nimmt Flaschenwasser, das wenig kostet. Magen- und Darmprobleme sind kein typisches Thema. Was tatsächlich vorkommt, sind Verletzungen an den Füßen: Seeigel, scharfe Steine, rutschige Felsen und heiße Kiesel – Badeschuhe und ein Pflaster im Gepäck erledigen das. Ob für dich Impfungen sinnvoll sind, besprich bitte mit deiner Ärztin oder einem reisemedizinischen Zentrum; das können und wollen wir nicht beurteilen.
Sicherheit und Papiere
Montenegro ist ein ruhiges Reiseland, die Urlaubsorte sind auf Tourismus eingestellt, und Kriminalität ist für Urlauber kaum ein Thema – der Hotelsafe reicht, in Budva gilt nachts die übliche Aufmerksamkeit wie in jedem Ausgehort. Drei praktische Punkte sind konkreter als jede allgemeine Einschätzung. Erstens das Meer: Die Einstiege sind felsig und oft schnell tief, es gibt Seeigel, und beim Sprung von Felsen passieren die meisten Unfälle – Badeschuhe und Zurückhaltung helfen mehr als jeder Warnhinweis. Zweitens der Verkehr: Die Küstenstraße und besonders die Serpentinen auf den Lovćen sind eng, kurvig und im August voll; wer leicht reisekrank wird, sollte das wissen, und nachts würden wir dort nicht fahren. Drittens Waldbrände und heftige Sommergewitter, die Bootstouren kurzfristig platzen lassen. Eine Sicherheitsbewertung des Landes geben wir nicht ab – verbindlich sind immer die aktuellen Hinweise des Auswärtigen Amts unter https://www.auswaertiges-amt.de/de/service/laender, und weil Montenegro kein EU-Land ist, prüfen wir vor jeder Buchung mit dir, was für deinen Termin und deine Dokumente gilt. Gebucht wird als Pauschalreise mit Sicherungsschein: Geht der Veranstalter pleite, ist dein Geld geschützt und die Rückreise abgesichert.